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Das Botschaftsgebäude

 

Das Botschaftsgebäude

Geschichte des Palais

Die Botschaft in Wien zählt zweifellos zu den eindrucksvollsten italienischen diplomatischen Vertretungen. Diesen Umstand verdankt sie sowohl dem historischen Hintergrund des Gebäudes, als auch seiner Innenausstattung.

Die Botschaft befindet sich im Palais Metternich, das einst dem Großkanzler Fürst Clemens Wenzel Lothar von Metternich-Winneburg (geboren am 15.5.1773 in Koblenz) gehörte. Das Palais liegt am Rennweg Nr.27, im 3. Bezirk, in der Nähe des Belvedere. Zeitlich gesehen ist es das letzte der Gebäude, die auf dem großen Areal entstanden, das einst Eigentum Metternichs war.  

Nach dem Tod seines Schwiegervaters Ernst Christoph von Kaunitz-Rietberg, erbte Metternich 1797 die riesige Liegenschaft mit einem einfachen Gebäude mit Giebeldach. Metternich lebte fern seiner neuen Wohnstätte, da er als Gesandter des Kaisers zuerst in Dresden, dann in Berlin und schließlich am Hofe Napoleons in Paris wirkte.  

1809 kehrte er endgültig als Außenminister nach Wien zurück. Mit dem Wiener Kongress rückte das als Sommerresidenz des Fürsten Metternich bekannte Gebäude 1814 in den Mittelpunkt des politischen und gesellschaftlichen Interesses.

1815 ließ Metternich mitten im Garten von einem unbekannten Architekten zwischen der Sommerresidenz und der angrenzenden Liegenschaft ein kleines, einstöckiges Gebäude mit kreuzförmigem Grundriss errichten. Auf diesem Gebäude stand "Villa Metternich" zu lesen.  In der Villa brachte Metternich, der 1821 zum Hof- und Staatskanzler ernannt worden war, die warme Zeit des Jahres und Tage der Ruhe zu. Die Villa wurde 1835 vollkommen umgestaltet und 1837 erweitert, um die zahlreichen Kunstwerke aus der Sammlung des Fürsten unterzubringen. 1837 erweiterte Metternich seinen Besitz durch den Erwerb eines Grundstücks neben dem älteren Teil der Villa.  

1846 beschloss der Großkanzler im fortgeschrittenen Alter von 73 Jahren und kurz vor seinem Rückzug aus dem politischen Leben, der auch seinen Auszug aus den Gemächern in der Staatskanzlei bedeutete, sich ein echtes Palais direkt in dem Teil des Gartens errichten zu lassen, der auf den Rennweg blickte. Dafür wurde auch ein Teil des 1837 erworbenen Grundstückes verwendet.

Mit dem Entwurf eines Bauplanes für das Palais wurden Johann Julius Romano von Ringe (geboren am 10. Oktober 1818 in Konstanz, gestorben am 14 April 1882 in Wien), den Metternich durch Alexander von Hügel kennengelernt hatte, und August Schwendenwein von Lonauberg (geboren um ca. 1817 in Wien, gestorben ebenda am 3. November 1885) betraut. Die beiden Architekten, die am Polytechnikum und an der Akademie der Bildenden Künste in Wien studiert hatten, zählten in diesen Jahren zu den hartnäckigsten Vertretern der Schule, die für eine Überwindung der offiziellen, spät klassizistischen Architektur des Paul Sprenger und für eine Rückkehr zur italienischen Renaissance eintraten. In diesem Sinne setzten sie sich auch mit dem Problem des bürgerlichen Wohnbaus zu einer Zeit auseinander, in der die Stadt Wien sich immer stärker ausdehnte (1857).

Mit dem Plan des Palais Metternich, das der Baumeister Franz Schlierholz zwischen 1846 und 1848 nach dem Vorbild römischer Bauten aus dem 16.Jahrhundert errichtete, leiteten die beiden Architekten die Wiener "Historismusarchitektur" ein. Der Ruhm, den sie sich dabei erwarben, brachte ihnen die Leitung zahlreicher weiterer Bauvorhaben in Wien ein.

Das als kantiger Block mit rechteckigem Grundriss konzipierte Palais war in Anlehnung an die feierliche und strenge Größe des Palazzo Farnese in Rom geplant, wenn es auch bei den Proportionen und der Anlegung der Geschosse zu Abweichungen kam. Von der Konzeption her ist das Palais das genaue Gegenteil der luftigen, hellen Villa, vor der sich das Grün des Gartens erschloss. Die schmucklose Fassade des Palais ist auf den damals noch nicht gepflasterten Rennweg ausgerichtet, der im 19. Jahrhundert als breite Straße angelegt worden war. Sie weist drei Fensterreihen auf dreizehn Achsen aus und wird von einem mächtigen Gesims mit Zahnschnitt abgeschlossen.Das Erdgeschoß, mit seinem Mauerwerk aus rohbearbeiteten Steinquadern und dem zentralen Eingangsportal, und die beiden Obergeschosse besitzen Fenster mit Keilsteinumrahmungen. Die drei Fenster der Beletage sind mit Dreiecksgiebel versehen und gehen auf einen Balkon, der in dem ursprünglichen Bauplan vom 7. Dezember 1846 nicht vorgesehen war. Dieser Plan war nur von Baumeister Franz Schlierholz unterfertigt worden.  

Am 28.Jänner 1848 erteilte der Gemeinderat von Wien die Genehmigung zur Errichtung einer heute noch vorhandenen Absperrung mit Ketten, die in dem von beiden Architekten unterzeichneten Bauplan vom September 1847 vorgesehen war. Die Kettenabsperrung bestand aus Steinpfeilern, die durch schwere Eisenketten miteinander verbunden waren. Sie wurden vor einigen Palästen zum Zeichen des sogenannten "Kettenrechts" errichtet, das auf das Mittelalter zurückgeht und erst mit der Revolution von 1848 verschwindet. Die Gebäude, die über eine derartige Absperrung verfügten, genossen einige Privilegien. So war es zum Beispiel sämtlichen Gerichtsorganen, wie den mittelalterlichen Wächtern, die in späteren Epochen von der Polizei abgelöst wurden, verboten, ohne Zustimmung des Eigentümers das entsprechende Gelände zu betreten. Die Ketten waren somit ein sichtbares Zeichen der Unterscheidung zwischen Hochadel und Bürgertum.  

Am 13.März 1848, als die Bauarbeiten am neuen Palais fast abgeschlossen waren, versammelte sich eine große Menge von Demonstranten vor dem Garten am Rennweg. Einigen gelang es sogar, in den Garten einzudringen und erhebliche Schäden anzurichten. Fürst Metternich war zur Flucht gezwungen. Über Deutschland, Holland und England erreichte er schließlich Belgien.  

Das Palais und die Villa, die während der Revolution stark beschädigt worden waren, wurden von Familienangehörigen umgebaut und fertiggestellt. Nach der von Kaiser Franz Joseph erteilten Erlaubnis zur Rückkehr aus dem Exil im September 1851, lebte Metternich dort bis zum seinem Tod am 1. Juni 1859 im Alter von 86 Jahren.  

Im Jahr 1873 wurde der Besitz Metternichs aufgeteilt. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten der Familie nach einem Börsenkrach wurde die Villa abgerissen. 1906 wurde der mittlerweile völlig ungeordnete Besitz vorsorglich beschlagnahmt.

1908 schließlich erfolgte der Verkauf des Palais an Italien. Zu diesem Zeitpunkt war bereits sämtliches Mobiliar und alle Kunstwerke, mit Ausnahme der in die Wände eingebauten Elemente (Holzverkleidungen, Kamine, feste Spiegel usw.), entfernt worden. Das Palais war von der italienischen Regierung erworben worden, um die damals im Palais Palffy untergebrachte Residenz und Kanzlei der Botschaft am Hof der Habsburger zu verlegen.  Der Kaufvertrag für das Palais, das für eine Million österreichischer Kronen den Besitzer wechselte, wurde vom Markgrafen Alexander Pallavicini in seiner Eigenschaft als Vormund des Urenkels des Großkanzlers, Fürst Clemens Lothar von Metternich-Winneburg, und vom Botschafter des Königs von Italien in Wien, Herzog Giuseppe Avarna di Gualtieri, unterzeichnet.

1910, als das Palais bereits in italienischen Besitz übergegangen war, wurde im Ostteil durch die Verlängerung der kurzen Seite zum Garten hin eine Erweiterung durch das Architektenbüro De Toma und Hechtl durchgeführt, die den rechteckigen Grundriss in einen L-förmigen Grundriss umwandelten. Der zusätzliche Bau wurde erforderlich, um die Botschaft, die ursprünglich nur über kleine Räume verfügte, mit einem der damals so modernen Ballsäle auszustatten.  

Nach dem Erwerb durch Italien wurde in der Folge 1969 das gesamte zweite Geschoß renoviert.Trotz der Innenumbauten sind in den Räumen der Beletage teilweise immer noch die ursprünglichen Stuckdecken aus der Mitte des 19. Jahrhunderts vorhanden. Zum Zeitpunkt des Kaufs existierte innerhalb der Anlage auch eine Kapelle.  

Im Mai 1915 wurde das Palais Metternich nach der Kriegserklärung Italiens an Österreich geschlossen. Auch während der Zeit des Nationalsozialismus war die Botschaft geschlossen. Das Palais beherbergte damals zunächst die Gesandtschaft und später das italienische Generalkonsulat.  

Beim Einmarsch der russischen Truppen in Wien wurden bei den Bombenangriffen die jeweils nur 200 m entfernte sowjetische und deutsche Botschaft zerstört. Das Palais Metternich trug nur leichte Schäden davon, aber das Archiv der Vertretung ging fast vollständig verloren.  

1946 wurde das Palais an Italien zurückgegeben.  

Die Gesandtschaft wurde wieder zur Botschaft und die italienische diplomatische Vertretung verfolgte - so wie auch heute noch -  von hier aus die Geschehnisse in Österreich, die dem Land zunächst 1955 die vollständige Unabhängigkeit brachten und es dann zu der Nation machten, die wir heute alle kennen und die Italien in enger Zusammenarbeit und Freundschaft sowie durch gemeinsame europäische Ziele sowie durch die Liebe zur Kunst und Kultur verbunden ist.


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