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Ein Rückblick zum Jahresende

Datum:

30/12/2021


Ein Rückblick zum Jahresende

Liebe italienische Mitbürger/innen in Österreich,

am Ende eines Jahres ziehen wir üblicherweise Bilanz über unsere Arbeit und schmieden Pläne für die kommenden Monate. Auch für eine Botschaft ist dies ein guter Zeitpunkt, gegenüber ihren Mitbürgern über die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit Rechenschaft abzulegen.

2021 war aufgrund der Pandemie ein sehr schwieriges Jahr. In Österreich gab es seit Beginn der Pandemie vier Lockdowns, und die vierte Welle zeigt derzeit noch ihre Nachwirkungen. Doch trotz aller Schwierigkeiten wurden die Botschaft und die Konsularabteilung nie geschlossen; im Gegenteil, die Assistenzleistungen für die italienischen Staatsbürger in Österreich sowie für Italiener auf der Durchreise wurden noch intensiviert. Aus diesem Grund möchte ich meinen Mitarbeitern in der Konsularabteilung und der Botschaft für ihr Engagement und ihren Mut im Dienste der Mitbürger danken.
In diesen Monaten wurden im übrigen einige positive Entwicklungen verzeichnet: die italienische Comunity in Österreich wächst weiter (wir sind heute 43.000, um 6% mehr als noch im Jahr 2020) und es wurde (zum ersten Mal seit langem) ein COMITES gewählt, ein Gremium, welches die in Österreich wohnhaften Italiener repräsentiert.
Von der Pandemie am meisten betroffen war das Italienische Kulturinstitut, welches sich gezwungen sah, mehrere seit langem geplante Veranstaltungen und Ausstellungen abzusagen oder zu verschieben.

Aber blicken wir in die Zukunft: 2022 werden einige für die italienisch-österreichischen Beziehungen sehr bedeutsame Jahrestage zu begehen sein: 50 Jahre Autonomie Trentino-Südtirol und 30 Jahre Streitbeilegung, 27 Jahre gemeinsam Teil der Europäischen Union. Die Vergangenheit behält zwar immer ihre Bedeutung bei, aber die Geschichte geht weiter.

Sehen wir uns all diese Aspekte ein wenig genauer und mit einigen konkreten Daten an:


Focus Coronavirus

Das Thema Pandemie war auch im Jahr 2021 unsere oberste Priorität. Trotz Schichtdiensten, Quarantäne und Home Office ist es der Botschaft und der Konsularabteilung gelungen, der stark gestiegenen Nachfrage nach Konsulardienstleistungen durch Mitbürger nachzukommen, die sich aufgrund der Pandemie Schwierigkeiten gegenübersahen.
In erster Linie haben wir über den Focus Coronavirus auf unserer Webseite laufend aktuelle und korrekte Informationen zu den von den österreichischen Behörden veranlassten Maßnahmen publiziert. 121 offizielle Meldungen und Updates wurden veröffentlicht und auch über die Social Media Kanäle verbreitet.
Direkte Assistenz im Bereich des Gesundheitswesens zwischen Italien und Österreich wurde in 150 Fällen geleistet.
Das Konsulat und die Botschaft haben über 7.000 E-Mails zu pandemie- und maßnahmenbezogenen Themen beantwortet.
Die Einschränkungen der Mobilität führten schließlich zu einem starken Anstieg der Nachfrage nach konsularischen Dienstleistungen, wie z.B. der Ausstellung von Reisedokumenten (Reisepässe, Personalausweise, ETDs), der Dienste des Meldeamts und personenstandsbezogene Eintragungen.

Reisepässe und andere Reisedokumente
Pandemiebedingt wurde das Reisen schwieriger. Im Jahr 2021 wurden um 32% mehr Reisepässe ausgestellt (ca. 2150 im Jahr 2021, 1600 im Jahr zuvor). Die Anzahl der ausgestellten Personalausweise hat sich im Jahr 2021 fast verdoppelt (+97%), von 871 im Jahr 2020 auf 1720 im Jahr 2021. Das Konsulat konnte diesen vermehrten Arbeitsaufwand auch dank der neuen digitalen Antrags- und Ausstellungsverfahren bewältigen (in Wien seit 2019 schon als Pilotprojekt und nun zu 100% im Einsatz).
Bei den Emergency Travel Documents konnte ein Anstieg von 40% verzeichnet werden (insgesamt wurden 67 ETDs ausgestellt). Begleiterklärungen für Minderjährige wurden 23 Mal ausgestellt.

Meldeamt, Eheschließungen und Staatsbürgerschaft
Ein Konsulat im Ausland nimmt viele Aufgaben wahr, welche in Italien in die Zuständigkeit der Gemeinden fallen.
Im letzten Quartal 2021 konnte im Bereich des AIRE (Melderegister der im Ausland wohnhaften Italiener) ein großes Ziel erreicht werden: dank der neuen Onlinemöglichkeiten der Eintragung ins AIRE oder Änderung bestehender AIRE-Daten, erfolgt die Bearbeitung nun praktisch in Echtzeit, wohingegen eine Eintragung ins AIRE (von Antragstellung bis zur Bestätigung durch die italienische Gemeinde) zu Beginn des Jahres noch ca. 2 Monate in Anspruch nehmen konnte. 2021 wurden insgesamt 7.300 Anträge bearbeitet, hinzu kommen noch 585 ausgestellte Bestätigungen.

In den Personenstandsregistern wurden 1.300 Anträge auf Eintragung und 350 Eheschließungsakte bearbeitet. Darüberhinaus wurden über 600 Bestätigungen ausgestellt.

Bei den Staatsbürgerschaften schloss das konsularische Jahr mit 31 Eidesleistungen neuer italienischer Staatsbürger, 19 Staatsbürgerschaftsanerkennungen aufgrund von Abstammung (iure sanguinis), 32 Verzichtserklärungen, 30 konsularischen Erklärungen zur Anerkennung der italienischen Staatsbürgerschaft durch Eheschließung und 60 Zustellungen von Dekreten der Verleihung der Staatsbürgerschaft aufgrund von Eheschließung.

5.000 E-Mails wurden beantwortet (zusätzlich zu den oben genannten ca. 7.000 E-Mails zu Covidthemen).

Vormundschaft, Zustellungen von Verwaltungs- oder Gerichtsbescheiden
Ein Konsulat muss im Ausland auch die Funktionen übernehmen, die in Italien von Justizbehörden oder Vormundschaftsgerichten ausgeübt werden. In diesem Zusammenhang wurden 17 Dekrete der Leiterin der Konsularabteilung im Zusammenhang mit der Vormundschaft von Minderjährigen erlassen, 4 Genehmigungen eines zweiten Reisepasses, 5 Anzeigen der Justizpolizei und ca. 100 Verwaltungs- und Justizbescheide zugestellt.
Weiters wurden 1.400 Steuernummern ausgestellt, 50 Werterklärungen (zu Schul- und Studienabschlüssen) und 300 Lebensbescheinigungen für Pensionisten.
Schließlich wurden auch 50 Assistenzleistungen für in Österreich inhaftierte italienische Staatsbürger erbracht.

Comites
Vier Jahre nach Auflösung des letzten Comites gibt es nun in Österreich wieder eine derartige Vertretung. Die Wahlbeteiligung der Comunity war eher gering und das neue Comites muss nun höhere Bekanntheitswerte erreichen. Die neu gewählten Mitglieder haben bereits großen Enthusiasmus und Willen gezeigt, dies zu tun. Ich wünsche ihnen dabei viel Glück. 


Ein Ausblick auf das Jahr 2022

Mit Blick auf die Zukunft bleibt die Pandemie die große Unbekannte, welche auch im kommenden Jahr Einfluss auf die geplanten Initiativen haben wird. Für Januar ist eine Veranstaltung zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust geplant; 20.000 Wiener Juden flüchteten vor der Verfolgung, indem sie in Triest und Genua an Bord italienischer Schiffe gingen. Im Februar soll das erste Festival der italienischen Literatur in Österreich stattfinden, an welchem zahlreiche berühmte italienische Autoren teilnehmen. Im April werden wir eine Veranstaltungsreihe zum 50. Jahrestag der Autonomie von Trentino-Südtirol beginnen, mit einer Konferenz über Alcide De Gasperi (seine Zeit in Österreich, der Antifaschismus, das Gruber-De Gasperi-Abkommen, sein Beitrag zur Entstehung der Europäischen Union). Ebenfalls für April ist eine große Veranstaltung zu Pietro Metastasio, Poet und Librettist des 18. Jhdts sowie 52 Jahre Dichter am Hof der Habsburger in Wien.


Trotz allem sehen wir also dem Jahr 2022 mit großem Optimismus entgegen und das in dem Bewusstsein, dass wir Italiener gerade in schwierigen Zeiten unser Bestes zu geben wissen.

 

Stefano Beltrame


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