﻿{"id":179,"date":"2023-04-11T17:55:33","date_gmt":"2023-04-11T15:55:33","guid":{"rendered":"https:\/\/ambvienna.esteri.it\/chi-siamo\/la-sede\/"},"modified":"2025-01-28T12:51:09","modified_gmt":"2025-01-28T10:51:09","slug":"la-sede","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ambvienna.esteri.it\/de\/chi-siamo\/la-sede\/","title":{"rendered":"Das Botschaftsgeb\u00e4ude"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Geschichte des Palais<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Botschaft in Wien z\u00e4hlt zweifellos zu den eindrucksvollsten italienischen diplomatischen Vertretungen. Diesen Umstand verdankt sie sowohl dem historischen Hintergrund des Geb\u00e4udes, als auch seiner Innenausstattung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Botschaft befindet sich im Palais Metternich, das einst dem Gro\u00dfkanzler F\u00fcrst Clemens Wenzel Lothar von Metternich-Winneburg (geboren am 15.5.1773 in Koblenz) geh\u00f6rte.\u00a0Das Palais liegt am Rennweg Nr.27, im 3. Bezirk, in der N\u00e4he des Belvedere. Zeitlich gesehen ist es das letzte der Geb\u00e4ude, die auf dem gro\u00dfen Areal entstanden, das einst Eigentum Metternichs war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Tod seines Schwiegervaters Ernst Christoph von Kaunitz-Rietberg, erbte Metternich 1797 die riesige Liegenschaft mit einem einfachen Geb\u00e4ude mit Giebeldach. Metternich lebte fern seiner neuen Wohnst\u00e4tte, da er als Gesandter des Kaisers zuerst in Dresden, dann in Berlin und schlie\u00dflich am Hofe Napoleons in Paris wirkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1809 kehrte er endg\u00fcltig als Au\u00dfenminister nach Wien zur\u00fcck. Mit dem Wiener Kongress r\u00fcckte das als Sommerresidenz des F\u00fcrsten Metternich bekannte Geb\u00e4ude 1814 in den Mittelpunkt des politischen und gesellschaftlichen Interesses.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1815 lie\u00df Metternich mitten im Garten von einem unbekannten Architekten zwischen der Sommerresidenz und der angrenzenden Liegenschaft ein kleines, einst\u00f6ckiges Geb\u00e4ude mit kreuzf\u00f6rmigem Grundriss errichten. Auf diesem Geb\u00e4ude stand &#8222;Villa Metternich&#8220; zu lesen.\u00a0\u00a0In der Villa brachte Metternich, der 1821 zum Hof- und Staatskanzler ernannt worden war, die warme Zeit des Jahres und Tage der Ruhe zu. Die Villa wurde 1835 vollkommen umgestaltet und 1837 erweitert, um die zahlreichen Kunstwerke aus der Sammlung des F\u00fcrsten unterzubringen. 1837 erweiterte Metternich seinen Besitz durch den Erwerb eines Grundst\u00fccks neben dem \u00e4lteren Teil der Villa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1846 beschloss der Gro\u00dfkanzler im fortgeschrittenen Alter von 73 Jahren und kurz vor seinem R\u00fcckzug aus dem politischen Leben, der auch seinen Auszug aus den Gem\u00e4chern in der Staatskanzlei bedeutete, sich ein echtes Palais direkt in dem Teil des Gartens errichten zu lassen, der auf den Rennweg blickte. Daf\u00fcr wurde auch ein Teil des 1837 erworbenen Grundst\u00fcckes verwendet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Entwurf eines Bauplanes f\u00fcr das Palais wurden Johann Julius Romano von Ringe (geboren am 10. Oktober 1818 in Konstanz, gestorben am 14 April 1882 in Wien), den Metternich durch Alexander von H\u00fcgel kennengelernt hatte, und August Schwendenwein von Lonauberg (geboren um ca. 1817 in Wien, gestorben ebenda am 3. November 1885) betraut. Die beiden Architekten, die am Polytechnikum und an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste in Wien studiert hatten, z\u00e4hlten in diesen Jahren zu den hartn\u00e4ckigsten Vertretern der Schule, die f\u00fcr eine \u00dcberwindung der offiziellen, sp\u00e4t klassizistischen Architektur des Paul Sprenger und f\u00fcr eine R\u00fcckkehr zur italienischen Renaissance eintraten. In diesem Sinne setzten sie sich auch mit dem Problem des b\u00fcrgerlichen Wohnbaus zu einer Zeit auseinander, in der die Stadt Wien sich immer st\u00e4rker ausdehnte (1857).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Plan des Palais Metternich, das der Baumeister Franz Schlierholz zwischen 1846 und 1848 nach dem Vorbild r\u00f6mischer Bauten aus dem 16.Jahrhundert errichtete, leiteten die beiden Architekten die Wiener &#8222;Historismusarchitektur&#8220; ein. Der Ruhm, den sie sich dabei erwarben, brachte ihnen die Leitung zahlreicher weiterer Bauvorhaben in Wien ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das als kantiger Block mit rechteckigem Grundriss konzipierte Palais war in Anlehnung an die feierliche und strenge Gr\u00f6\u00dfe des Palazzo Farnese in Rom geplant, wenn es auch bei den Proportionen und der Anlegung der Geschosse zu Abweichungen kam. Von der Konzeption her ist das Palais das genaue Gegenteil der luftigen, hellen Villa, vor der sich das Gr\u00fcn des Gartens erschloss. Die schmucklose Fassade des Palais ist auf den damals noch nicht gepflasterten Rennweg ausgerichtet, der im 19. Jahrhundert als breite Stra\u00dfe angelegt worden war. Sie weist drei Fensterreihen auf dreizehn Achsen aus und wird von einem m\u00e4chtigen Gesims mit Zahnschnitt abgeschlossen.Das Erdgescho\u00df, mit seinem Mauerwerk aus rohbearbeiteten Steinquadern und dem zentralen Eingangsportal, und die beiden Obergeschosse besitzen Fenster mit Keilsteinumrahmungen. Die drei Fenster der Beletage sind mit Dreiecksgiebel versehen und gehen auf einen Balkon, der in dem urspr\u00fcnglichen Bauplan vom 7. Dezember 1846 nicht vorgesehen war. Dieser Plan war nur von Baumeister Franz Schlierholz unterfertigt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 28.J\u00e4nner 1848 erteilte der Gemeinderat von Wien die Genehmigung zur Errichtung einer heute noch vorhandenen Absperrung mit Ketten, die in dem von beiden Architekten unterzeichneten Bauplan vom September 1847 vorgesehen war. Die Kettenabsperrung bestand aus Steinpfeilern, die durch schwere Eisenketten miteinander verbunden waren. Sie wurden vor einigen Pal\u00e4sten zum Zeichen des sogenannten &#8222;Kettenrechts&#8220; errichtet, das auf das Mittelalter zur\u00fcckgeht und erst mit der Revolution von 1848 verschwindet. Die Geb\u00e4ude, die \u00fcber eine derartige Absperrung verf\u00fcgten, genossen einige Privilegien. So war es zum Beispiel s\u00e4mtlichen Gerichtsorganen, wie den mittelalterlichen W\u00e4chtern, die in sp\u00e4teren Epochen von der Polizei abgel\u00f6st wurden, verboten, ohne Zustimmung des Eigent\u00fcmers das entsprechende Gel\u00e4nde zu betreten. Die Ketten waren somit ein sichtbares Zeichen der Unterscheidung zwischen Hochadel und B\u00fcrgertum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 13.M\u00e4rz 1848, als die Bauarbeiten am neuen Palais fast abgeschlossen waren, versammelte sich eine gro\u00dfe Menge von Demonstranten vor dem Garten am Rennweg. Einigen gelang es sogar, in den Garten einzudringen und erhebliche Sch\u00e4den anzurichten. F\u00fcrst Metternich war zur Flucht gezwungen. \u00dcber Deutschland, Holland und England erreichte er schlie\u00dflich Belgien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Palais und die Villa, die w\u00e4hrend der Revolution stark besch\u00e4digt worden waren, wurden von Familienangeh\u00f6rigen umgebaut und fertiggestellt. Nach der von Kaiser Franz Joseph erteilten Erlaubnis zur R\u00fcckkehr aus dem Exil im September 1851, lebte Metternich dort bis zum seinem Tod am 1. Juni 1859 im Alter von 86 Jahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1873 wurde der Besitz Metternichs aufgeteilt. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten der Familie nach einem B\u00f6rsenkrach wurde die Villa abgerissen. 1906 wurde der mittlerweile v\u00f6llig ungeordnete Besitz vorsorglich beschlagnahmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1908 schlie\u00dflich erfolgte der Verkauf des Palais an Italien.\u00a0Zu diesem Zeitpunkt war bereits s\u00e4mtliches Mobiliar und alle Kunstwerke, mit Ausnahme der in die W\u00e4nde eingebauten Elemente (Holzverkleidungen, Kamine, feste Spiegel usw.), entfernt worden. Das Palais war von der italienischen Regierung erworben worden, um die damals im Palais Palffy untergebrachte Residenz und Kanzlei der Botschaft am Hof der Habsburger zu verlegen.\u00a0\u00a0Der Kaufvertrag f\u00fcr das Palais, das f\u00fcr eine Million \u00f6sterreichischer Kronen den Besitzer wechselte, wurde vom Markgrafen Alexander Pallavicini in seiner Eigenschaft als Vormund des Urenkels des Gro\u00dfkanzlers, F\u00fcrst Clemens Lothar von Metternich-Winneburg, und vom Botschafter des K\u00f6nigs von Italien in Wien, Herzog Giuseppe Avarna di Gualtieri, unterzeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1910, als das Palais bereits in italienischen Besitz \u00fcbergegangen war, wurde im Ostteil durch die Verl\u00e4ngerung der kurzen Seite zum Garten hin eine Erweiterung durch das Architektenb\u00fcro De Toma und Hechtl durchgef\u00fchrt, die den rechteckigen Grundriss in einen L-f\u00f6rmigen Grundriss umwandelten. Der zus\u00e4tzliche Bau wurde erforderlich, um die Botschaft, die urspr\u00fcnglich nur \u00fcber kleine R\u00e4ume verf\u00fcgte, mit einem der damals so modernen Balls\u00e4le auszustatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Erwerb durch Italien wurde in der Folge 1969 das gesamte zweite Gescho\u00df renoviert.Trotz der Innenumbauten sind in den R\u00e4umen der Beletage teilweise immer noch die urspr\u00fcnglichen Stuckdecken aus der Mitte des 19. Jahrhunderts vorhanden. Zum Zeitpunkt des Kaufs existierte innerhalb der Anlage auch eine Kapelle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Mai 1915 wurde das Palais Metternich nach der Kriegserkl\u00e4rung Italiens an \u00d6sterreich geschlossen. Auch w\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus war die Botschaft geschlossen. Das Palais beherbergte damals zun\u00e4chst die Gesandtschaft und sp\u00e4ter das italienische Generalkonsulat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Einmarsch der russischen Truppen in Wien\u00a0wurden bei den Bombenangriffen die jeweils nur 200 m entfernte sowjetische und deutsche Botschaft zerst\u00f6rt. Das Palais Metternich trug nur leichte Sch\u00e4den davon, aber das Archiv der Vertretung ging fast vollst\u00e4ndig verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1946 wurde das Palais an Italien zur\u00fcckgegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gesandtschaft\u00a0wurde wieder zur Botschaft und die italienische diplomatische Vertretung verfolgte &#8211; so wie auch heute noch &#8211;\u00a0\u00a0von hier aus die Geschehnisse in \u00d6sterreich,\u00a0die dem Land zun\u00e4chst 1955 die vollst\u00e4ndige Unabh\u00e4ngigkeit brachten und es dann zu der Nation machten, die wir heute alle kennen und die Italien in enger Zusammenarbeit und Freundschaft sowie durch gemeinsame\u00a0europ\u00e4ische Ziele\u00a0sowie durch die Liebe zur Kunst und Kultur verbunden ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Geschichte des Palais Die Botschaft in Wien z\u00e4hlt zweifellos zu den eindrucksvollsten italienischen diplomatischen Vertretungen. 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